Fragebogen
Der anfangs vorherrschende Grund für den Wunsch, sich mit bloßer Muskelkraft in die Lüfte zu erheben, war sicherlich nur die unversehens erwachende Sehnsucht, die sich bei Manchen einstellt, wenn sie vom Flug der Schwalben fasziniert zu träumen beginnen. Eine ständig glimmende Neugierde. Ein brennendes Verlangen, herauszufinden ob eine Nachahmung machbar wäre. Eine hellauf lodernde Begierde das Diktat der physikalischen Gesetze zu besiegen. Ein unbändiger Spaß an der Freude. Und dafür allein opferten die wenigen, von jener Sehnsucht infizierten und doch von allzu vielen Kritikern verspotteten Idealisten oft Hab und Gut; manchmal sogar Gesundheit und Leben. Henry Kremer änderte die Voraussetzungen. Indem er hohe Preise aussetzte, die er allein aus seinem Privatvermögen finanzierte, fügte er dem brennenden Verlangen eine weitere Triebfeder hinzu: Die Motivation ein geregeltes Spiel zu spielen um schließlich einen der verlockenden Preise mit heim nehmen zu können. Und wirklich: Die Popularität, als Gewinner durch die Presse zu wandern und sich selbst für gewisse Zeit in lächelnder Siegerpose auf Millionen Bildschirmen zu wissen, die Lust auf solch verlockende Belohnungen macht sie Sache spannender den je.
Frage 1: Welche Motivation liegt Ihrem Interesse zugrunde?
Die modernen Muskelkraftflugzeuge arbeiten stets hart am Limit. Die Piloten natürlich ebenfalls. Der Bereich, in dem ein Muskelkraftflugzeug überhaupt fliegen kann, ist verdammt klein bemessen. Ist die Flugmaschine nicht wirklich optimal konfiguriert, dann kann es vorkommen, daß sie gar nicht erst abhebt und statt dessen mit ihrem frustrierten Piloten flach über den Asphalt hoppelt. Um eine Hochleistungsmaschine so zu konfigurieren, daß sich die Chancen auf den Sieg nicht leugnen lassen, bedarf es mittlerweile einer breit angelegten Rechnerunterstützung. Dazu müssen die Ausgangsdaten genau erfasst werden. Eine erfolgreiche Auslegung der Maschine hängt beispielsweise davon ab, für welchen Wettbewerb sie konstruiert werden soll; die Regeln für ein Sporting Aircraft verlangen eine gänzlich andere Auslegung der Komponenten als die Marathon Competition. Das Pilotengewicht hat - in Abhängigkeit von den übrigen Faktoren - entscheidenden Einfluss auf die Wahl des Profils und der aerodynamischen Auslegung der Tragflügelgeometrie. Die ständige Verbesserung der zur Verfügung stehenden Materialien erlaubt ein Vordringen in bislang verschlossene Bereiche, was ein ständiges überarbeiten der Rechnerprogramme ermöglicht, hin zu höheren und weiteren Horizonten. Man muß also zu jedem Zeitpunkt genau wissen, was man erreichen will.
Frage 2: Welcher Zweck soll verfolgt oder welche Competition soll angepeilt werden?
Frage 3: Welche Person wird schlussendlich der Wettbewerbspilot sein?
Frage 4.: Welches Gewicht wird der Pilot auf die Waage bringen?
Frage 5.: Wie hoch ist die körperliche Leistungsfähigkeit oder wie sportlich ist der Pilot?
In den Anfängen - und teilweise noch bis vor kurzem - verschlangen die entsprechend aufwendigen Projekte Unsummen an Geldern. Nur der Tatsache, daß stets mehr oder weniger potente Sponsoren bereit waren etwa für einen Schriftzug auf dem Höhenleitwerk größere Beträge locker zu machen, hielt die Ausgaben in irgendwie noch tragbarem Rahmen. Heute stehen die einzelnen Marschrouten fest, die jeweiligen Taktiken sind ausgearbeitet und beschrieben. Die Planung kann militärisch exakt und rechnerbedingt schnell erfolgen. Doch genau wie zu Anfang steht und fällt die Unternehmung mit der Stabilität seiner Finanzierung. Selbst wenn genug Sponsoren gefunden werden können, welche zum Beispiel die Materialkosten auf einen Bruchteil der Kosten drücken helfen, oder gutwillige Kommunalpolitiker, die Ihren Teil zum Projekt beitragen, indem sie auf die Kosten der unerlässlichen Werkstatträume verzichten; irgendwelche Ausgaben werden immer anfallen. Selbst wenn eine der Akafliegs aufgrund lockender Studiergelegenheiten für die Idee gewonnen werden könnte, so würde die Gruppe sicherlich eine entsprechende Spende erwarten. Nein, Ohne Moos nix los. Auch wenn verlockende Preisgelder winken und das Gerät nach Abschluss seiner Aufgabenstellung in vielerlei Hinsicht vermarktet werden kann; ein Restrisiko bleibt immer. Darum gilt: Eine solide Finanzierung ist und bleibt der erste und wichtigste Baustein des Erfolgs.
Frage 6.: Wie groß kann mein Budget angesetzt werden, mit dem das Vorhaben finanziert werden soll?
In der Vergangenheit hat sich gezeigt, daß die eigentliche Triebfeder eines Projekts stets in einer Einzelperson zu suchen ist. Sie hat die Idee etwas zu erreichen und sie hält die Fahne hoch bis das Ziel erreicht ist. Die vielen Helfer der Gruppe sind genau das, was der Name sagt: Helfer und nichts anderes. Paul Illian, treibende Kraft des hochinteressanten Raven Projects in Seattle, zog am 2. August 2000 in einem seiner Webartikel Resümee und stellt dabei fest, daß er allein rund 80 Prozent an Zeit und Arbeit in den Raven investiert hatte, während die restlichen 20 Prozent der erbrachten Leistung auf die übrigen 400 Helfer verteilten. Bei allem guten Willen: Freunde und Mitmenschen lassen sich jeweils nur für eine gewisse Zeit an eine hehre Aufgabe fesseln. Es ist wie beim Hausbau: Anfangs helfen oft viele Hände; die Fertigstellung erlebt man jedoch meist allein. Das eigene Engagement ist der Sog, der begeisterte Helfer mitzureißen vermag. Es schafft eigentlich erst die Chancen für ein Gelingen des Vorhabens. Mehr noch: Das eigene Engagement ist eindeutig ein Garant für den sicheren Erfolg.
Frage 7.: Wird mein eigenes Engagement de facto eine Rechengröße sein bis zur Vollendung des Projekts?
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Aktualisiert mit Stand vom 23.September 2090